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L´esprit de la Diva – Im Gespräch mit Sopranistin Ina Kancheva

Mai 22
12:15 2018
concertWho Magazin Mai 2018 - Ina KanchevaconcertWho Magazin Mai 2018 – Ina Kancheva

KLASSIK – „…sie hat nicht ihrer Stimme, sondern ihrem Herzen zugehört“ Das außergewöhnliche Konzept für das Musiktheater „L‘ esprit de la Diva“ ist Pauline Viardot gewidmet – eine bekannte Opernsängerin und Komponistin des 19. Jahrhunderts, die heute fast vergessen ist. Die Fragmente von persönlichen Briefen, Zeitschriften und Zeitungsartikeln aus dieser Zeit wurden zu einem eindrucksvollen Musikprojekt zusammengestellt. Basierend auf dem Kancheva-Viardot Projekt sind schon einige Theater – und Konzertaufführungen, ein Kinofilm sowie die CD „Pauline Viardot Songs“ entstanden.

Ina Kancheva, können Sie sich noch erinnern, wie Sie die Musik von Pauline Viardot entdeckten?

Mit Pauline Viardot kam ich als junge Sängerin in Berührung, als ich mich mit den großen Meistern des Belcantos befasst hatte, zu denen Giuditta Pasta, Maria Milibran, Maria Callas und eben Pauline Viardot zählen. Bei zahlreichen Überlegungen für neue Konzertprogramme eröffnete sich plötzlich eine fantastische Welt, da Pauline Viardot nicht nur Opernsängerin, Pädagogin, Pianistin sondern auch als Komponistin mit unzähligen Werken als eine der vielseitigsten Künstlerinnen des 19. Jhs. hervortrat. Seit dieser Zeit ist es mir ein außergewöhnliches Anliegen geworden, Pauline Viardot einem größeren Publikum näherzubringen und die Erinnerung an ihre berühmten Martineen mit Rubinstein, Liszt, Wagner, Schumann, Brahms, Saint-Saens wiederzubeleben.

L´esprit de la Diva ist eine Hommage an diese Ausnahmekünstlerin?

Das Konzertprogramm „L´esprit de la Diva“ soll mit ausgewählten Werken Viardots an eine herausragende Künstlerin erinnern, die nicht nur in Paris zur damaligen Zeit die Salonmusik prägte, sondern als starke Vertreterin der Romantik einstand. Wie keine andere Persönlichkeit schaffte sie einen künstlerischen Austausch, der stets von ihrer unbeirrbarer Liebe zur Kunst geleitet war. Deshalb ist es mir eine große Herzensangelegenheit geworden, ihre vertonten Texte von Puschkin, Turgenev, Lermontov, Fet sowie Bearbeitungen von Chopin´s Mazurken für Klavier und Gesang vorzustellen.

Ivan Turgenev ist sicherlich der wichtigste Meilenstein im Leben von Pauline Viardot?

Die Bekanntschaft mit dem russischen Dichter Ivan Sergejewitsch Turgenev, anlässlich eines Gastspieles 1843 in St. Petersburg, sollte sich zu einer lebenslangen intensiven Freundschaft entwickeln. Viardot sang die Rolle der Rosina in Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini, die er eigens für Viardots Vater komponiert hatte. Sie feierte solch einen fulminanten Erfolg, dass der Beifall nicht enden wollte und das Publikum sie mit Blumen bis auf die Straßen hinaus bejubelte. Turgenev war sofort von Viardot gefangen und begleitete sie fortan auf ihrem Weg, der im engen Austausch mit den großen Schriftstellern wie Victor Hugo, George Sand, Leo Tolstoy, Koltsov, Lermontov, Gogol u.v.a. stand. Kein anderer Schriftsteller hatte zu seinen Lebzeiten einen größeren schriftstellerischen Austausch als Turgenev. Es ist bedauerlich, dass es keine Memoiren Turgenevs über diese Zeit gibt, außer einige Briefwechsel mit Viardot, die nun im Programm „L´esprit de la Diva“ zu hören sind.

Was ist besonders an Pauline Viardot?

Pauline Viardot war unglaublich talentiert und viele Komponisten und Schriftsteller haben sie zum Vorbild für ihre Werke genommen. Camille Saint-Saens widmete ihr seine Oper Samson et Dalila, Franz Liszt war ihr Klavierlehrer, Richard Wagner bestand darauf ein Duett aus „Tristan und Isolde“ mit ihr zu singen, Robert Schumann widmete ihr seinen Liederkreis Op.24 und Frederic Chopin überließ ihr die Bearbeitungen seiner Mazurken. Sie vertonte Texte deutscher Dichter wie Eduard Mörike und Heinrich Heine, sang die Solopartie in der Uraufführung der Alt-Rhapsodie von Johannes Brahms und feierte auf allen großen Opernbühnen Europas triumphale Erfolge. Alfred de Musset schrieb einst eine Kritik über Viardot, die mir sofort im Herzen geblieben ist und an die ich mich noch immer erinnere. Er meinte, dass Viardot das größte Geheimnis der Kunst besäße, denn noch bevor sie sich gesanglich mitteilen wollte, fühlte sie es – sie hat nicht ihrer Stimme, sondern ihrem Herzen zugehört.

Warum haben Sie für ihre CD „Pauline Viardot Songs“ russische Lieder und die Bearbeitungen von Chopins´ Mazurken gewählt?

Die Auswahl der Viardot-Lieder zeigt, wie feinfühlig und genau sie mit den Texten umging. Sie hat jedes Gedicht mit größter Beachtung ausgewählt und jede noch so kleine Musikphrase spiegelt die Stimmung und den literarischen Geist wider. Jedes ihrer Lieder passt ausgesprochen harmonisch zur Stimmlage des Sängers, da sie entweder für sich selbst oder für ihre Schüler komponiert hat. Demzufolge gibt es auch sehr anspruchsvolle Lieder; charakteristisch sind variierende Tempi und Dynamiken sowie das Auskosten des ganzen Stimmumfanges.Viardot wusste genau was sie tat, denn anhand ihrer kompositorischen Angaben, haben wir einen guten Eindruck davon, wie sie sich die Umsetzung ihrer Lieder vorstellte. Auf der CD „Pauline Viardot Songs“ sind 15 Lieder nach russischen Texten zu hören, die zwischen 1864 und 1887 veröffentlicht wurden und Viardots´ Feinfühligkeit für Stilistik, Drama und Romantik, ähnlich wie Tschaikowski oder Mussorgski, zeigen. Im zweiten Teil schliessen Bearbeitungen von Chopins´ Mazurken für Gesang und Klavier an. Viardot verband eine enge Freundschaft mit Frederic Chopin. Sie war nicht nur die beste Interpretin seiner Musik, sondern führte 1849 die Bearbeitung seiner Mazurken in London auf.
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