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Pokerface im Aufzug und in der Bahn

Januar 12
12:08 2019

in Beitrag von Nicola Schmidt, Imagetrainerin
Haben Sie sich auch schon gefragt, warum wir im Lift und in der Bahn ein unbewegtes Pokerface aufsetzen? Dieses Verhalten zeigen wir auch in großen Menschenmassen und in Warteschlangen, zum Beispiel an der Kasse oder am Flugschalter. Da wir in solchen Situationen anderen Menschen sehr nah kommen, dringen wir ungewollt in die intime Zone der anderen Menschen ein, die weniger als 50 Zentimeter beträgt.

Intime Distanzzone: bis 50 Zentimeter
Hier dürfen nur Menschen „eintreten“, die uns sehr nahe stehen, wie Familie und enge Freunde. In dieser Zone findet eine Umarmung und ein Flüstern statt.

Persönliche Distanzzone – zwischen 50 Zentimeter und 1,50 Meter
Wenn wir uns mit Handschlag begrüßen und verabschieden, bewegen wir uns in dieser Distanzzone. Diese Distanz nehmen wir auch bei Anlässen ein, wie eine Cocktailparty oder in einer Bar.

Gesellschaftliche Distanzzone – zwischen 1,50 und 2,50 Meter
Diesen Abstand halten wir ein, wenn wir es mit weniger vertrauten Menschen zu tun haben. Das kann ein Handwerker sein, eine Arzthelfern oder im Hotel an der Rezeption.

Öffentliche Distanzzone – über 2,50 Meter
In der Fußgängerzone treffen wir auf fremde Menschen. Für diese anonyme Gruppe von Menschen ist das die optimale Distanz. Auch Redner, die vor einer großen Menschengruppe sprechen, ist es besser, einen größeren Anstand einzunehmen. So können die Zuhörer die ganz weit links und rechts sitzen, den Redner von vorne sehen.
Diese Maße sind Durchschnittswerte, denn es ist erwiesen, dass Frauen generell näher beieinander stehen als Männer. Solange sich die Kontaktaufnahme fremder Menschen in der persönlichen oder gesellschaftlichen Distanzzone bewegt ist die Reaktion des Gegenübers in der Regel entspannt. Das sieht allerdings anders aus, wenn derjenige in unsere intime Distanzzone tritt. Wir merken, dass das Herz schneller schlägt, wir weichen auch etwas zurück um den Abstand wieder herzustellen. Durch die Ausschüttung von Adrenalin wird dem Gehirn signalisiert: Kampf oder Flucht. Dieser „Urzeit-Effekt“ ist seit Jahrtausenden aktiv – bis heute. Wenn andere Menschen neben uns in der Bahn sitzen oder im engen Aufzug neben uns stehen, sind sie in unserer und wir in derer Intimszone. Der Gesichtsausdruck verfinstert sich, da die Ur-Instinkte sich melden. Also setzen wir lieber ein Pokerface auf, zeigen keine Emotionen und dadurch auch keine Schwächen.



Nicola Schmidt – Wirkungsverstärkerin und Stilprofilerin

Nicola Schmidt ist Rednerin, Referentin und Trainerin für die Erfolgsfaktoren Kleidung, Körpersprache und Umgangsformen. Sie hilft ihren Kunden, ihr Image-Konzept zu entwickeln, um als Person auch optisch zu überzeugen. In den unterschiedlichsten Branchen motiviert sie Führungspersönlichkeiten und Mitarbeiter, sich authentisch und kompetent zu kleiden und entsprechend aufzutreten. Gerade wenn die Wirkung auf dem Prüfstand steht und das Image verbessert werden soll.

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